Bald entscheiden, Druck zu machen

Eigentümer und Investor blieben der MUT-Diskussion zum Bahnhof fern/Idee: Stiftung gründen

Rheinische Post  Samstag, 24. Januar 2004 

Von ROSA MOYA

HILDEN. Taten forderten die Teilnehmer an der Diskussion um das alte Bahnhofsgebäude. „Das liegt nicht an uns. Schmitz kann die Geschwindig­keit des Verfahrens beschleunigen“, erklärte   Bürgermeister   Günter Scheib.   SDI-Investor   Eckhardt Schmitz reiche die fehlenden Unter­lagen für seinen Bauantrag nicht ein. Dieser nahm an der von der Bürgerinitiative MUT veranstalteten Debatte aber erst gar nicht teil. Verärgert waren die Teilnehmer an der Diskussion „Hilden sucht die Entscheidung zwischen Bowling und Borke .Denk­mal Bahnhof“ wegen der Abwesenheit von Schmitz. Seine schriftliche „Sicht der Bahnhofsangelegenheit“ bot jedoch viel Gesprächsstoff. „Es bringt nichts, an dem SDI-Freizeitcenter-Konzept mit leeren Worten herumzunörgeln“, so Schmitz in seinem Schreiben. Vielmehr würde die Debatte zur „Rettung des Bahnhofs“ beitragen, wenn „alternative Nutzungskonzepte ausgearbeitet und das Geld aufgebracht werde“. Dann würde der Investor „mit Kusshand von dem Objekt zurücktreten“. Damit bekräftigte Schmitz die Meinung vieler Anwesenden: „Es scheint, als wolle er gar nicht investieren“, so MUT-Vorsitzende Ursula Probst.

Ein alternatives Nutzungskonzept habe die Verwaltung „in der Schublade“, erklärte Dezernent Maximilian Rech. Einzelheiten wollte er aber nicht preisgeben. Solange die Eigentümer des Bahnhofsgebäudes nur mit Schmitz verhandeln wollten, habe dies keinen Sinn. „Unser Konzept sieht keine Unterbauung des Vorplatzes vor“, griff Scheib den Wunsch von Anliegern und BUND, den Baumbe­stand dadurch zu schützen.

Frist bis zum 4. März?

Zurzeit habe die Verwaltung den Auftrag des Rates, mit dem Investor zu verhandeln. Die Vorwürfe, das Verhältnis zwischen beiden Parteien sei vergiftet, wies Scheib entschieden ab: „Wenn wir die fehlenden Unterla­gen erhalten, gibt es noch in diesem Jahr eine Entscheidung.“ Schmitz habe aber das Verfahren in der Hand. „Wir müssen uns aber entscheiden, Druck zu machen“", so Scheib. So soll dem Investor eine Frist bis zum 4. März gesetzt werden. Wie wichtig es sei, die Wirtschaftlichkeit der Nutzung bei der Konzeption zu berücksichtigen, betonte Elisabeth Harsewinkel, Vorsitzende des Museums-und Heimatvereins: „Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, ist die Sanierung teurer.“ Die umliegenden Grundstücke gehörten der Stadt. Diese wurden schon beim ersten Konzept der Eigentümer 1998 einbezogen, um die Wirtschaftlichkeit zu stützen.

Man könnte eine Stiftung oder einen Förderverein gründen, um den Bahnhof zu finanzieren, schlugen ei­nige Teilnehmer vor. Die Kosten für die Sanierung liegen allerdings bei rund 1,5 bis 2 Millionen Euro. „Wenn man durch Bürgerengagement renoviert - wie beim Haus am Quall in Gruiten - würden aber die Kosten verringern“, so Claudia Roth.

RP 24.01.2004